Musik & Theater
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Der Fluss
Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten / ein orphischer Theateressay

* abgespielt

Der Fluss ist Leitmotiv des „orphischen Theater-Essays“ des burgenländischen Autors und Regisseurs Peter Wagner. Gemeint ist damit weniger der griechische Totenfluss als vielmehr das Fluidum eines mehrsprachigen Grenz- und Schwellenlandes, wie es das heutige Burgenland seit Jahrtausenden darstellt.

Die Fächerung des verwendeten Liedgutes, das vom Komponisten Ferry Janoska zu einem zeitgemäßen Hörerlebnis arrangiert und von SchauspielerInnen und SängerInnen zu Live-Musik interpretiert wird, reicht von weltlichen Liedern aller im Burgenland einstmals und gegenwärtig vorhandenen Sprachgruppen (Deutsch, Kroatisch, Ungarisch, Jiddisch, Hianzisch, Roman) bis zu Volksballaden und geistlichen Liedern aus dem Bereich der Totenklagen.

Kartenpreise: € 25/21/16 Kinder und Jugendliche € 20/15/9

  • Musik: Ferry Janoska
  • Regie: Peter Wagner

Musikalische Liebeserklärung

Burgenländische Volkslieder spielen derzeit die Hauptrolle im Offenen Haus Oberwart. Unter der Regie von Peter Wagner ist im OHO mit "Der Fluss", einer Theatercollage, eine Art musikalischer Liebeserklärung an das Burgenland entstanden.

"Burgenland singt" jetzt auch im OHO. Als Rahmenprogramm treten in Peter Wagners neuem Stück Chöre aus der Umgebung auf. Bei der Premiere kommen die jungen Stimmen aus Oberschützen.

Ein Streicher-Ensemble hinter einem durchsichtigen Vorhang, darauf Videoprojektionen und Zuspielungen aus literarischen Texten und Lebenserinnerungen. Das ist der schlichte theatralische Hintergrund für Lieder der Kroaten und Ungarn, der Roma, der Roma und Deutschen. Der Komponist Ferry Janoska hat sie modern und unsentimental arrangiert.

O-Ton Ferry Janoska: "Schon vor ein paar Jahren habe ich recherchiert, was es da für Volkslieder gibt, da habe ich ja die Idee schon gehabt, musikalisch etwas in diese Richtung zu machen. Aber ich habe damals gedacht, eigentlich bin ich nicht so begeistert. Aber der Peter (Wagner) hat mich dann überzeugt, dass es ja doch eine wunderbare Volksmusik im Burgenland gibt."

Die ausgewählten Lieder werden oder wurden früher alle im Burgenland gesungen. Ausdrucksstarke Sängerinnen und Sänger, eindringliche, zu Herzen gehende Melodie, Lieder, die auch von Vertreibung und Vernichtung erzählen. Peter Wagners melancholische Liebeserklärung an das Burgenland ist fern von flacher Folklore und will auch nicht oberflächlich Identität stiften.

O-Ton Peter Wagner: "In Wahrheit geht es doch immer darum: Wie fühlt sich der einzelne, wie singt er das Lied seines Lebens. Das hat oft mit Identität zu tun, aber oft auch nur mit einer Hingabe. Das ist in jeder Volksgruppe etwas anders gefärbt - und im großen Bogen dann doch wiederum sehr identisch."

"Der Fluss - Die Lieder der Lebenden, die Lieder der Toten" wird bis 10. November im OHO gezeigt, danach in Großwarasdorf, Eisenstadt und Wien. Zur gestrigen Premiere gab´s stehende Ovationen vom Publikum.

(Bericht von Eva Hillinger, ORF-Burgenland)

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