Musik & Theater
MuTh

Liebes Publikum (und liebe solche, die es werden wollen)!

Fr, 4. Mai 2018

Normalerweise bedanke ich mich immer am Ende meines Editorials bei der Familie Pühringer für ihren Einsatz und ihr Engagement für junge Musikerinnen und Musiker, für die Begegnung von Kulturen, für das Miteinander von Jung und jung Gebliebenen, für das Experiment wie für das Etablierte, für das MuTh eben. Heute will ich diesen Dank an den Anfang stellen. Denn es gibt Zeiten, da drängt es sich wieder ins Bewusstsein, dass die Freiheit der Kunst keine Selbstverständlichkeit ist, sie ist vielmehr eine Errungenschaft und zuweilen mag es scheinen, als müsste diese Errungenschaft immer wieder neu errungen werden. Die Familie Pühringer erlaubt es uns, hier im MuTh tatsächliche Freiheit und Unabhängigkeit zu leben. Das ist ein großes Glück – und ein Geschenk.

Es freut mich daher umso mehr, dass die Menschen in Wien und weit darüber hinaus dieses Geschenk zunehmend annehmen und zu schätzen wissen. Wir haben in der letzten Saison mehr Karten und mehr Abonnements verkauft als je zuvor, und auch für die kommende Saison dürfen wir ähnlich gute Ergebnisse erwarten – und das mit guten und überzeugenden Gründen. Diese finden Sie wie immer auf den folgenden Seiten.

Dort werden Sie auf Gerald Wirths Kinderoper „Die Reise des kleinen Prinzen“ stoßen, präsentiert von den Wiener Sängerknaben zusammen mit Michael Schade, für den Gerald Wirth die Rolle des singenden Erzählers extra neu komponiert hat. Unser Kinderopern-Zyklus, gemeinsam mit der Wiener Taschenoper, ist überhaupt ein großer Erfolg und einzigartig in Wien – und wird daher in der kommenden Saison weitergeführt.

Weiters begegnen Sie neben unseren bewährten und teilweise neuen Kammermusik-Zyklen wieder Clara Frühstück, die ihre extravagante Konzertreihe im MuTh fortsetzt und die sich erneut als Pianistin in den Performance-Bereich vorwagt.

Musik zwischen allen Stühlen und abseits aller Schubladen präsentiert Helmut Jasbar, Sie kennen ihn vielleicht als Ö1-Moderator, zu Gast hat er dabei sehr unterschiedliche Musikerinnen und Musiker. Mit unserem neuen Zyklus „G’mischter Satz“ entdecken wir eine ganz eigene Leichtigkeit hinter großen Tönen. Den Spaß sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Im Zyklus „Mozart in my hands“ bietet die Junge Philharmonie jungen Pianistinnen und Pianisten die Möglichkeit, zusammen mit einem Orchester alle Mozart-Klavierkonzerte zu spielen. Einige davon hat Mozart übrigens selbst hier im Augarten aufgeführt. Beim Silvesterkonzert mit den Flying Schnörtzenbrekkers erscheint plötzlich ein Verwandter der Strauss-Dynastie im MuTh – Ivica Strauss. Dann werden wir ein Carmen-Projekt präsentieren – mit drei Musikern, vier Sängerinnen und Sängern sowie einem Erzähler, nämlich Jürgen Maurer …

Ach, blättern Sie doch einfach selbst ein bisschen durchs Programm.

Ach ja, und noch eine kleine Sensation: Wir haben ab nächster Saison einen ganz großartigen neuen Flügel mit einer neuen Technik von Bösendorfer, darauf freuen sich schon alle, vor allem die Pianistinnen und Pianisten. Und ich freue mich auf Sie!

Ihre Elke Hesse

Direktorin MuTh

Elke Hesse

Elke Hesse, Foto: Moritz Schell