TU 16.
Apr
2024
10:00 AM
Stage
Violinen

MUSIK UND BEWEGUNG – E-MOTIO

CLOSE UP Musik nah und neu - kuratiert von Irene Suchy

New music | Out of the ordinary | Concert | Education | Adults | School, secondary level

Was hat Musik mit Gesundheit zu tun? 
Die Verbindung zwischen Musik und Gesundheit steht im Mittelpunkt dieses Konzerts das im Rahmen des Vermittlungsprojekts „CLOSE UP - Musik nah und neu im April im MuTh stattfindet. Gleichzeitig begeht das Institut mit demselben Namen an der mdw - der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien - sein 50-jähriges Jubiläum. Einmal im Jahr findet an der mdw ein Gesundheitstag statt, bei dem die Schrittzahl der Studierenden gemessen wird. Zudem werden Entspannungs-Workshops mit Origami angeboten, und es steht ein Vital Buffet bereit. Im Jahr 2024 wird auch das Institut für Musik und Gesundheit an der mdw sein 50-jäh-riges Jubiläum feiern. Anlässlich dieses Jubiläums wird Coretta Kurth, eine Vertreterin des Instituts, an einem aufklärenden Dialog teilnehmen. Ihr Schwerpunkt liegt auf Gesundheitsförderung, die nicht nur für Musik-schaffende, sondern für alle relevant ist.

Die Thematik von Musik und Gesundheit beinhaltet eine musikmedizinische Komponente. Dies schließt das Spielen und Üben in einem Umfeld ohne Irritationen ein, ebenso wie die Physioprophylaxe und die Auseinandersetzung mit temporären oder chronischen Beeinträchtigungen, wie der Fokalen Dystonie. Zudem werden Tabuthemen angesprochen, psychosomatische Faktoren erörtert und die Angst vor Misserfolgen thematisiert. Zu Beginn des späten 19. Jahrhunderts entstanden vermehrt „physiologisch“ orientierte Schulen, darunter die von Ludwig Deppe, Elisabeth Caland und Alexander Truslit. In diesem Kontext wird auch der Einsatz von Klavieren mit verkleinerten Klaviaturen besprochen. 

Die Idee, die pianistischen Fähigkeiten von Menschen mit kleineren Händen durch den Einsatz einer verkleinerten Klaviatur optimal zur Geltung zu bringen, gewinnt an Bedeutung, insbesondere in einer Zeit, in der Diversität und Chancengleichheit verstärkt in den Fokus rücken. Dieser Ansatz zielt auch auf die Aufhebung der Standardisierung von Fingersätzen für „Normalhände“ ab und strebt letztendlich die Inklusion von Personen an, die beispielsweise Geigen oder Gitarren umgekehrt spielen oder einhändige Pianist:innen und Hornist:innen sind.
Auf der anderen Seite steht die Bewegung als ein ganzheitlicher Aspekt („motio“ / „e-motio“). Bewegung am Klavier ist nicht nur die Quelle für die Klangerzeugung, sondern auch ein sichtbares Ausdrucksmittel. In der Musik können bewusste Gestik und Motorik der Ausführenden stark choreografisch umgesetzt werden, etwa in den showartigen Clustern in György Kurtágs „Hommage à Tschaikowsky“ oder in minimalistischen, kuriosen Stücken mit Performance-Elementen wie Georg Gersons „Wal-zer mit einem Finger“.

Zentral ist die Idee der Musik als Begleitung von Bewegung, Musik, die „getanzt“ wird. Werke wie Saties „Gymnopédies“ oder andere Komposi-tionen von ihm eignen sich gut zum Tanzen. Hier passt auch die Methode von Jaques-Dalcroze, die Rhythmik als wichtigen Ansatz betont und die körperliche Erfahrung von Musik durch grundlegende rhythmische Bewe-gungen fördert. Dalcroze schrieb sogar „Gebärdenlieder“ für Gesang und Klavier. Wenn man an Tanzmusik denkt, eröffnen sich weitere Möglichkeiten, wie bei Cage, der Stücke für Klavier und Tanz komponierte, ohne dass das Klavier präpariert werden musste, was sonst einen erheblichen Aufwand bedeuten würde. Ein Beispiel ist seine Komposition „Ophelia“ für Jean Erdman. Die Schnittstelle zwischen Musik und Tanz bleibt faszinierend, sei es in tänzerisch umgesetzten Stücken oder in abstrakteren Werken wie Skrjabins „Getanzte Zärtlichkeit“ (Caresse dansé), dem zweiten Stück aus den Deux morceaux op. 57, seinem letzten Werk in Dur-Moll. Es gibt auch Tänze und Musik von Emil Dalcroze und John Cage sowie Debussys Kinderballett „La boîte à joujoux“. Jutta Goldgruber wird mit Studierenden der mdw Rhythmik die Musik umsetzen.

Albert Sassmann Klavier
Jutta Goldgruber und ihre Studierenden an der mdw Rhythmik
Ticket prices:
  • SchülerInnen | 6,00 €
  • zwei Begleitpersonen pro Grupppe frei
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